Reden und Handeln

 

Die Kirchengemeinschaft mit aktiv Anteil an den Geschehnissen der Welt, setzt sich für Frieden und Gerechtigkeit und versteht es als ihre Aufgabe, Menschen in Not beizustehen. Sie veröffentlicht Stellungnahmen und ist Mitglied im Europarat. Zudem unterstützt sie verschiedene soziale Projekte.

Statements

Die GEKE formuliert Stellungnahmen und Erklärungen zu aktuellen sozialethischen und europapolitischen Themen sowie zu verschiedenen Gedenktagen, die von allen ihren Mitgliedskirchen verwendet werden können und oft auf große Resonanz stoßen.

Sie stehen im Downloadbereich zur Verfügung.

1700 Jahre Konzil von Nicäa (2025) 

Im Jahr 2025 wurde an vielen Orten in Form von wissenschaftlichen Konferenzen und kirchlichen Gedenkveranstaltungen der 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa gefeiert. Auch wir als Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) möchten uns den allgemeinen Feierlichkeiten anschließen, denn wir verdanken dem Konzil und seinen Beschlüssen sehr viel. Für uns liegt die Bedeutung des Konzils heute vor allem in drei Bereichen: dem dogmatischen Glaubensbekenntnis des Konzils, der Rolle der politischen Macht in kirchlichen Angelegenheiten und der Festlegung eines gemeinsamen Datums für Ostern.

Die GEKE beim Europarat

Der Europarat steht für ein Europa der Werte. Seine wesentliche Aufgabe ist die Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten in Europa. Der Organisation mit Sitz in Straßburg gehören 46 Staaten an.

Seit 2023 ist die GEKE beim Europarat als Internationale Nichtregierungsorganisation (INGO) mit partizipatorischem Status registriert. Als solche wirkt sie mit in der Konferenz der INGOs, ist im Committee for Interreligious and Interconvictional Dialogue vertreten, das sich für Religionsfreiheit und friedliches Zusammenleben in demokratischer Gesellschaft einsetzt, und begleitet verschiedene Prozesse des Europarats, die eng mit Anliegen der evangelischen Kirchen in Europa verbunden sind.

Die Arbeit der GEKE beim Europarat wird durch die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) ausgeübt. Diese ist eine Regionalgruppe der GEKE. Sie unterhält ein Büro in Straßburg und ihre Generalsekretärin ist verantwortlich die evangelischen Kirchen beim Europarat zu repräsentieren.

 

Soziale Projekte der GEKE

Mit Mitteln aus der italienischen Kultursteuer der Evangelischen Waldenser Kirche, unterstützt die GEKE ausgewählte Kirchenprojekte in mehreren europäischen Staaten und auf anderen Kontinenten. Die Projekte werden vom Gustav Adolf Werk durchgeführt.

UNGARN: Wenn Arbeit nicht reicht: Hilfe für geflüchtete Menschen

Geflüchtete leben in Ungarn häufig unter prekären Bedingungen. Viele stammen aus der Ukraine, andere aus dem Nahen Osten oder aus Afrika. Trotz Arbeit sind insbesondere Frauen, Alleinerziehende und Familien mit kleinen Kindern aufgrund niedriger Löhne, unsicherer Jobs und hoher Mieten von Wohnungslosigkeit bedroht. Staatliche Unterstützung ist kaum vorhanden.

Wir unterstützen ein Integrationsprojekt der Evangelischen Diakonie in Ungarn. Das Projekt bietet temporären Wohnraum sowie Nothilfe für grundlegende Bedürfnisse wie Lebensmittel, Medikamente und Mietkosten.

LITAUEN: Halt geben, wo Strukturen fehlen

Rund eine Million Menschen haben Litauen seit den 1990er Jahren auf der Suche nach Arbeit verlassen, besonders aus ländlichen Regionen. Zurück bleiben oft Kinder, ältere Menschen und Familien mit geringen finanziellen Mitteln. Viele Kinder wachsen getrennt von einem oder beiden Elternteilen auf und sind von Armut, Unsicherheit und eingeschränkten Bildungschancen betroffen.

Wir unterstützen vier diakonische Tageszentren in Garliava, Skirsnemunė, Smalininkai und Pagėgiai. Sie bieten verlässliche Nachmittagsbetreuung mit pädagogischer Unterstützung, Bildungs- und Freizeitangeboten, Mahlzeiten sowie Programme zur Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen. 

POLEN: Psychosoziale Unterstützung für Kinder und Familien

In Katowice und Bytom in Oberschlesien leiden viele Kinder und Jugendliche unter den Folgen von Deindustrialisierung, Armut und familiären Belastungen. Gewalt, Vernachlässigung und instabile Bezugspersonen prägen ihren Alltag, häufig arbeiten Eltern im Ausland.

In Zusammenarbeit mit der Diakonie Polen unterstützt die Stiftung „Jesteśmy dla Was“ Kinder, Jugendliche und Familien mit niedrigschwelligen psychosozialen Angeboten. Gruppenangebote fördern emotionale Stabilität, soziale Kompetenzen und Selbstwirksamkeit, präventive Programme wirken Suchtproblemen entgegen, und Familienworkshops helfen, tragfähige Beziehungen aufzubauen. 

RUMÄNIEN: Würde im Alter - Pflegedienste für altere Menschen

Fast jeder fünfte Rumäne ist über 65 Jahre alt, viele leben allein und haben chronische oder unheilbare Erkrankungen. Es fehlt an medizinischer und sozialer Unterstützung, da viele Angehörige im Ausland arbeiten.

Wir unterstützen die Diakonia Cluj, eine staatlich anerkannte christliche Organisation, bei ambulanter Pflege zu Hause sowie in zwei stationären Pflegeheimen. Jährlich werden mehrere hundert ältere Menschen, vor allem in ländlichen Regionen, erreicht. 

SLOWAKEI: Begleitung junger Erwachsener

Junge Menschen, die in Pflegefamilien oder Kinderheimen aufwachsen, stehen oft vor großen Herausforderungen: fehlende familiäre Bindungen, mangelnde Orientierung und emotionale Unterstützung erhöhen das Risiko von Wohnungslosigkeit, Suchtproblemen oder Ausbeutung.

Wir unterstützen ein diakonisches Projekt, das diese jungen Erwachsenen begleitet. Es bietet individuelle Entwicklungspläne, psychologische Beratung, praktische Hilfen im Alltag sowie Förderung beruflicher Perspektiven. 

UKRAINE: Fürsorge in Krisenzeiten

Der Krieg in der Ukraine belastet Kinder, Familien sowie alte und kranke Menschen stark. Viele Kinder haben Schwierigkeiten in Schule und Alltag, ältere Menschen leiden unter Isolation und fehlendem Zugang zu Versorgung.

In Novogradkivka und Petrodolinske unterstützt die lokale evangelische Kirchengemeinde zwei Kinderzentren mit Lernhilfe, Freizeitangeboten und gesunden Mahlzeiten. Gleichzeitig versorgt die Sozialküche besonders bedürftige Erwachsene mit warmen Mahlzeiten und Brot.

UKRAINE: Kinder im Krieg - Sommerfreizeiten, die Hoffnung schenken

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist in der Reformierten Kirche in Transkarpatien schon immer zentral gewesen. Im Krieg hat sie eine besondere Bedeutung gewonnen. Viele Familien sind zerrissen: Väter, Söhne und Brüder stehen an der Front, sind gefallen oder geflohen. Mütter und Großmütter tragen die Lasten des Alltags, während die Kinder täglich die Auswirkungen von materieller Not, Unsicherheit und Leid spüren. In dieser Situation brauchen sie Orte, an denen sie haltgebende Gemeinschaft und unbeschwerte Momente erfahren.

Wir unterstützen die Sommerfreizeiten der Reformierten Kirche in Transkarpatien. Sie schaffen geschützte Räume, in denen Kinder und Jugendliche die Botschaft Jesu kennenlernen, Freundschaften schließen und für kurze Zeit die Sorgen des Krieges hinter sich lassen können.

RUMÄNIEN: Sicher aufwachsen - Vorbeugende Maßnahmen gegen Menschenhandel

In Rumänien sind Minderjährige einem hohen Risiko ausgesetzt, Opfer von Menschenhandel zu werden mit vielen Gesichtern zu werden: Ausbeutung durch illegale Arbeitsmigration, Organhandel, erzwungene Bettelei, erzwungenes Kriminalverbrechen, erzwungene Leihmutterschaft, Zwangsprostitution. Durch die Anonymität des Internets und sozialer Medien können Menschenhändler leichter Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen, wodurch das Risiko, Opfer von Menschenhandel zu werden, deutlich steigt.

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien führt Präventionsveranstaltungen an Schulen durch: Vormittags erhalten Schüler der Mittel- und Oberstufe altersgerechte Informationen, nachmittags werden Lehrer und Schulpsychologen geschult, abends Eltern informiert. Fachkundige Expertinnen und Experten vermitteln praxisnah, wie Missbrauch frühzeitig erkannt und geeignete Schutzmaßnahmen umgesetzt werden können.

NAHER OSTEN: Ausbildung von Frauen in der Kirche - Prävention und Schutz vor Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt betrifft Millionen von Frauen im Nahen Osten – oft im Verborgenen und ohne ausreichende Unterstützung. Im Sommer 2025 führte die Fellowship of Middle East Evangelical Churches (FMEEC) eine siebentägige Schulung zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt im Libanon durch. Frauen aus evangelischen Kirchengemeinden verschiedener Länder im Nahen Osten kamen zusammen, um sich als Multiplikatorinnen weiterzubilden. Die Teilnehmerinnen erhielten fundiertes Wissen zu Formen, Ursachen und Ausmaß von Gender-Based Violence sowie zu Präventions-, Interventions- und Verweisstrukturen in ihren jeweiligen Ländern. Durch fachliche Inputs, den Austausch persönlicher Erfahrungen und Begegnungen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen entstand ein tragfähiges regionales Netzwerk. 

ARGENTINIEN: Gewaltprävention - Unterstützung und sichere Räume für Frauen und Mädchen

Geschlechtsspezifische Gewalt gehört in Argentinien für viele Frauen und Mädchen zum Alltag – meist im eigenen Zuhause oder im unmittelbaren sozialen Umfeld, oft im Verborgenen und ohne ausreichenden Schutz oder Zugang zu Unterstützung. In diesem Kontext qualifiziert und sensibilisiert die Stiftung Hora de Obrar seit Jahren Fach- und Lehrkräfte in Gemeindezentren und Schulen. Die Mitarbeitenden lernen, wie sie Gewalt erkennen, Betroffene unterstützen und präventiv handeln können. Gemeinsam mit ihnen werden Netzwerke aufgebaut, die Frauen, Mädchen und Familien vor Ort stärken und Schutzräume schaffen. Auf diese Weise entstehen Lern- und Lebensumfelder, in denen Kinder und Jugendliche sicher aufwachsen und Bildungschancen wahrnehmen können. Wir unterstützen das Projekt der Stiftung.